Orientierungen & Identitäten – Was bedeutet queer coding?
Queer Coding
Queer Coding bedeutet, dass eine Figur in Film, Serie, Buch oder Game Züge bekommt, die das Publikum durch Klischees und Andeutungen als queer liest, ohne dass die Geschichte es je ausspricht.
Was bedeutet Queer Coding?
Queer Coding heißt, eine Figur wird mit Signalen „codiert“, die das Publikum als queer versteht, etwa Gestik, Kleidung, Stimme oder Beziehungen, während die Geschichte es nie bestätigt. Der Begriff stammt aus der Medienwissenschaft und aus Fan-Diskussionen. Die Wurzeln liegen im alten Hollywood. Von 1934 bis 1968 verbot der Hays Code offen queere Inhalte im Film, also arbeiteten Filmemacher mit Andeutungen. Viele dieser codierten Figuren waren Bösewichte oder tragische Gestalten.
Ist Queer Coding gut oder schlecht?
Kommt drauf an, wie es eingesetzt wird. Bösewichte mit queeren Klischees auszustatten, wie viele klassische Disney-Schurken, verknüpft Queersein mit Gefahr und Spott. Ursula aus „Arielle, die Meerjungfrau“ wurde sogar von der Drag Queen Divine inspiriert. Andererseits waren codierte Figuren jahrzehntelang oft die einzigen, in denen sich queere Menschen wiederfinden konnten, und viele Fans haben sie lieben gelernt. Heute wünschen sich viele queere Fans Figuren, die offen queer sein dürfen.
Was ist der Unterschied zwischen Queer Coding und Queerbaiting?
Queer Coding deutet über Eigenschaften an, dass eine Figur queer ist. Queerbaiting stellt eine queere Romanze in Aussicht, um queere Fans zu ködern, und liefert dann nie. Queerbaiting ist vor allem Marketing: vielsagende Szenen und Trailer, aber das Paar bleibt „nur befreundet“. Beides lässt queere Zuschauer raten, statt sie klar auf dem Bildschirm zu zeigen.