Kink Talk – Was sind Anreden?
Anreden
Anreden sind in einer Machtdynamik Titel wie Sir, Ma’am, Herrin oder Herr, mit denen ein Sub den dominanten Partner anspricht, als Zeichen von Respekt und der vereinbarten Rollen.
Was sind Anreden?
Anrede kommt vom Verb „anreden“, also jemanden ansprechen, im Englischen heißen solche Titel Honorifics, vom lateinischen „honor“ für Ehre. Im BDSM sind Anreden Titel wie Sir, Ma’am, Herrin oder Herr, mit denen ein Sub den dominanten Partner anspricht, als Zeichen von Respekt und der vereinbarten Dynamik. Das reicht vom spielerischen „Ja, Herrin“ in einer Szene bis zu strengem Protokoll, bei dem der Titel immer gilt. Manche Paare erfinden eigene Anreden, von Göttin bis zu einem Kosenamen, den nur sie beide verstehen.
Darf man jeden Dom mit Herr oder Herrin anreden?
Nein. Anreden werden zwischen Partnern vereinbart, nie einfach vorausgesetzt. Jemand, den du gerade auf einem Stammtisch kennengelernt hast, ist nicht dein Sir oder deine Herrin, und so eine Anrede kann aufdringlich wirken oder etwas hergeben, das ihr nie verhandelt habt. Umgekehrt gilt das genauso, ein Dom hat kein Recht, von einem fremden Sub einen Titel zu verlangen. In einer Beziehung legt ihr gemeinsam fest, welche Anrede passt und wann sie gilt, zum Beispiel nur in Szenen oder auch im Alltag.
Warum schreibt man Dom groß und sub klein?
Das ist eine Online-Konvention aus englischsprachigen D/s-Kreisen. Der Großbuchstabe zeigt Respekt vor dem dominanten Part, der Kleinbuchstabe die Position des Subs. Manche Subs schreiben im Englischen sogar „i“ statt „I“ über sich selbst. Im Deutschen fällt das weniger auf, weil Nomen sowieso großgeschrieben werden. Es ist eine Wahl, keine Regel, und in eurer Dynamik entscheidet ihr, ob es euch etwas gibt.