Orientierungen & Identitäten – Was bedeutet afab & amab?
AFAB & AMAB
AFAB & AMAB stehen für „assigned female at birth“ und „assigned male at birth“, also bei Geburt weiblich oder männlich zugewiesen, unabhängig von der tatsächlichen Geschlechtsidentität einer Person.
Was bedeutet AFAB & AMAB?
AFAB heißt „assigned female at birth“, AMAB „assigned male at birth“, auf Deutsch: bei Geburt weiblich beziehungsweise männlich zugewiesen. Gemeint ist das Geschlecht, das bei der Geburt eingetragen wurde, meist nach einem kurzen Blick auf die Genitalien. Das Wort „zugewiesen“ ist wichtig. Es zeigt, dass andere diese Entscheidung getroffen haben, und sagt nichts darüber, wer jemand ist. Eine trans Frau ist AMAB, ein trans Mann AFAB, und viele nicht-binäre Menschen nutzen die Begriffe, um ohne gegenderte Wörter über ihren Körper zu sprechen.
Warum sagt man AFAB statt „als Mädchen geboren“?
Weil „als Mädchen geboren“ oder „biologisch männlich“ Körper und Identität vermischen. AFAB und AMAB beschreiben etwas aus der Vergangenheit, ohne festzulegen, wer jemand heute ist. Auch in der Medizin sind sie praktisch, etwa bei Vorsorgeuntersuchungen, wo der Körper zählt und das Geschlecht der Person trotzdem respektiert werden soll.
Darf ich fragen, ob jemand AFAB oder AMAB ist?
Meist besser nicht. Das zugewiesene Geschlecht ist Privatsache, und die Frage kann sich für trans und nicht-binäre Menschen so übergriffig anfühlen wie eine Frage nach ihren Genitalien. Nutze die Begriffe, wenn Menschen sie selbst verwenden, oder wo sie wirklich relevant sind, etwa bei sexueller Gesundheit oder in der Arztpraxis. Die Körper intergeschlechtlicher Menschen passen oft in keine der beiden Kategorien, was zeigt, wie grob diese Zuweisung sein kann.