Orientierungen & Identitäten – Was bedeutet amatonormativität?
Amatonormativität
Amatonormativität ist die verbreitete Annahme, dass alle Menschen eine romantische, exklusive Beziehung wollen und dass diese wertvoller ist als Freundschaft, Singleleben oder andere Lebensformen.
Was bedeutet Amatonormativität?
Den Begriff prägte die Philosophin Elizabeth Brake 2012, aus dem lateinischen „amatus“, also geliebt, und „Normativität“. Amatonormativität beschreibt die Annahme, dass alle eine romantische Beziehung wollen und dass diese Beziehung die wichtigste im Leben ist. Sie steckt überall: in Fragen wie „Immer noch single?“, in Filmen, die immer mit einem Paar enden, in Steuer- und Mietregeln, die auf romantische Paare zugeschnitten sind. Am stärksten trifft das aromantische und asexuelle Menschen, aber auch alle, die gern single sind oder Freundschaften an erste Stelle setzen.
Was sind Beispiele für Amatonormativität?
Single-Freunde bemitleiden, davon ausgehen, dass jemand „schon noch den Richtigen findet“, Freundschaften unter Partnerschaften einordnen oder auf jeder Hochzeit eine Begleitung erwarten. Auch wenn Ehepartner im Krankenhaus oder beim Erbe automatisch Vorrang haben, während die beste Freundin seit 30 Jahren nichts zu sagen hat.
Wie kann man Amatonormativität entgegenwirken?
Fang klein an. Frag Singles nicht, wann sie sich endlich fest binden, und nimm Freundschaften als echte, verbindliche Beziehungen ernst. Wenn du aro, ace oder einfach nicht auf der Suche bist, darfst du das genau so sagen. Queerplatonische Partnerschaften, Wahlfamilie oder das Zusammenleben mit Freunden sind genauso gültige Wege, ein Leben aufzubauen.