Orientierungen & Identitäten – Was bedeutet heteronormativität?
Heteronormativität
Heteronormativität ist die Annahme, dass Heterosexualität der normale Standard ist, verankert in Kultur, Gesetzen und alltäglichen Erwartungen an Beziehungen, Sex und Geschlecht.
Was bedeutet Heteronormativität?
Heteronormativität verbindet „hetero“, griechisch für anders oder verschieden, mit „Norm“. Bekannt machte den Begriff 1991 der US-Theoretiker Michael Warner. Gemeint ist, Heterosexualität als normalen Standard zu behandeln, während alles andere als Abweichung gilt. Meist hängen feste Vorstellungen von Geschlecht daran: zwei Geschlechter, männliche Männer, weibliche Frauen und Paare aus je einem von beiden. Deshalb gehen Heteronormativität und Cisnormativität oft Hand in Hand.
Was sind Beispiele für Heteronormativität?
Eine Frau fragen, ob sie einen Freund hat, Formulare nur mit „Mutter“ und „Vater“ oder die Frage an ein schwules Paar: „Wer ist bei euch der Mann?“ Sie prägt auch Sex: die Idee, dass „richtiger“ Sex Penis-in-Vagina heißt und alles andere nur Vorspiel ist. Das blendet queere Paare aus und ignoriert, was viele Hetero-Paare am meisten genießen.
Ist Heteronormativität dasselbe wie Homophobie?
Nein. Homophobie ist offene Feindseligkeit gegenüber lesbischen, schwulen und bi Menschen. Heteronormativität ist leiser: Annahmen, die oft ganz ohne böse Absicht daherkommen. Trotzdem fühlen sich queere Menschen dadurch unsichtbar und müssen sich immer wieder outen. Offen zu fragen, etwa „Bist du in einer Beziehung?“ statt „Hast du einen Freund?“, und die Orientierung nicht zu erraten, hilft schon viel.