Kink Talk – Was bedeutet Hanky Code?
Hanky Code
Der Hanky Code ist ein System aus der schwulen Szene, bei dem ein farbiges Tuch in der linken oder rechten Gesäßtasche zeigt, auf welche Praktik jemand steht und welche Rolle er einnimmt.
Was bedeutet Hanky Code?
Hanky ist englisch für Taschentuch. Der Hanky Code wurde in den 1970er-Jahren in der schwulen Leder- und Cruising-Szene amerikanischer Städte wie San Francisco und New York populär. Männer trugen ein Bandana in der Gesäßtasche: Die Farbe zeigte die Vorliebe, die Seite die Rolle. Links heißt meist Top oder aktiv, rechts Bottom oder passiv. Die Wurzeln sollen noch weiter zurückreichen, berühmt wurde er aber in den 1970ern. Heute lebt er auf Leder-Events, Fetischpartys und dem CSD weiter, teils als echtes Signal, teils als Geschichte und Mode.
Was bedeuten die Farben im Hanky Code?
Einige der bekanntesten: Dunkelblau für Analsex, Hellblau für Oralsex, Rot für Fisting, Schwarz für hartes SM, Gelb für Natursekt und Grau für Bondage. Mit den Jahren wuchsen die Listen auf Dutzende Farben und Muster, manche eher als Witz gemeint. Die Bedeutungen können je nach Stadt und Jahrzehnt abweichen, nimm jede Farbtabelle also als Orientierung, nicht als Gesetz.
Wird der Hanky Code heute noch genutzt?
Ja, vor allem in der queeren Leder- und Fetischszene, und auch manche außerhalb der schwulen Szene haben ihn übernommen. Ein Tuch ist eine Einladung zum Gespräch, nie ein Einverständnis. Auch wenn jemand die passende Farbe trägt, fragst du, verhandelst und respektierst ein Nein. Trägst du eins nur als Accessoire, denk daran, dass Leute aus der Szene es als Signal lesen könnten.