Kink Talk – Was bedeutet Orgasm Gap?
Orgasm Gap
Der Orgasm Gap ist der Unterschied darin, wie oft Menschen beim Sex zum Orgasmus kommen, am deutlichsten beim Hetero-Sex, wo Frauen viel seltener einen Höhepunkt erleben als Männer.
Was bedeutet Orgasm Gap?
Der Begriff ist angelehnt an Ausdrücke wie „Gender Pay Gap“ und wurde in den 2010er-Jahren bekannt, auf Deutsch auch Orgasmuslücke. Er beschreibt, dass Männer und Frauen beim Sex unterschiedlich oft kommen, besonders bei heterosexuellen Begegnungen. Eine große US-Studie von 2017 ergab: 95 % der heterosexuellen Männer kommen beim Sex meistens oder immer, aber nur 65 % der heterosexuellen Frauen. Lesbische Frauen lagen bei 86 %. Das spricht dafür, dass es nicht am weiblichen Körper liegt, sondern daran, wie Sex gemacht wird.
Woher kommt der Orgasm Gap?
Vor allem vom Fokus auf Penetration. Die meisten Menschen mit Vulva brauchen direkte oder indirekte Stimulation der Klitoris, um zu kommen, und reiner Geschlechtsverkehr liefert die oft nicht. Dazu kommen sexuelle Skripte: Sex ist oft „vorbei“, wenn der Mann gekommen ist, Vorspiel gilt als optional, und viele trauen sich nicht, zu sagen, was sie brauchen. Bei Casual Sex ist die Lücke noch größer, auch weil man den Körper des anderen weniger kennt.
Wie lässt sich der Orgasm Gap schließen?
Macht die Klitoris zum Hauptgang, nicht zur Vorspeise. Oralsex, Hände und Toys sind echter Sex. Stellungen wie die Reiterstellung oder die Coital Alignment Technique bringen mehr Kontakt zur Klitoris. Redet darüber, was funktioniert, zeigt es euch gegenseitig, und behandelt den Orgasmus einer Person nicht als Ende des Sex. Es geht um gleiche Chancen auf Lust, nicht um Druck, jedes Mal kommen zu müssen.