Kink Talk – Was bedeutet Sexuelles Skript?
Sexuelles Skript
Ein sexuelles Skript ist ein erlerntes Set ungeschriebener Regeln darüber, wie Sex ablaufen soll, wer was tut, in welcher Reihenfolge und was als „richtiger“ Sex gilt.
Was bedeutet Sexuelles Skript?
Die Idee der sexuellen Skripte stammt von den Soziologen John Gagnon und William Simon, die sie 1973 vorstellten. Wie Schauspieler mit einem Drehbuch lernen wir aus Kultur, Medien, Pornos und dem Freundeskreis, wie Sex abzulaufen hat, wer was tut, in welcher Reihenfolge und was als „richtiger“ Sex gilt. Ein typisches Skript beim Hetero-Sex: Küssen, Vorspiel, Penetration, sein Orgasmus, fertig. Skripte sind nicht per se schlecht, sie geben Sicherheit. Zum Problem werden sie, wenn darin fehlt, was dir wirklich gefällt.
Wie beeinflussen sexuelle Skripte dein Sexleben?
Sie prägen, was du erwartest und was du dir zu wünschen traust. Gilt Penetration als Hauptsache, werden Oralsex, Hände oder Toys zum Aufwärmprogramm, und viele Menschen mit Vulva bekommen nicht die Stimulation der Klitoris, die sie zum Kommen brauchen. Das ist ein Grund für den Orgasm Gap. Skripte sagen Männern auch, sie müssten immer wollen, und Frauen, sie sollten warten, bis sie gefragt werden. Das setzt alle unter Druck.
Wie schreibst du dein sexuelles Skript neu?
Achte auf die Regeln, denen du folgst, ohne nachzudenken. Frag dich und deinen Partner: Wie sähe Sex aus, wenn nichts in einer festen Reihenfolge passieren müsste? Redet darüber, was euch gefällt, probiert Sex ohne Penetration, lasst den Orgasmus optional sein und wechselt euch damit ab, wer den ersten Schritt macht. Das neue Skript ist einfach das, das ihr gemeinsam schreibt.