Orientierungen & Identitäten – Was bedeutet voguing?
Voguing
Voguing ist ein stilisierter Tanz aus der Schwarzen und Latino-Ballroom-Kultur New Yorks, geprägt von scharfen Posen, präzisen Arm- und Handbewegungen, Catwalks, Drehungen und dramatischen Dips.
Was bedeutet Voguing?
Voguing ist nach der Zeitschrift Vogue benannt, weil Tänzer die Posen ihrer Models nachahmten. Der Tanz entstand in der Ballroom-Szene von Harlem, wo queere und trans Menschen aus Schwarzen und Latino-Communitys auf Balls gegeneinander antraten, und nahm in den 1970er- und 1980er-Jahren Gestalt an. Tänzer wie Willi Ninja haben ihn geprägt, und die Doku „Paris Is Burning“ sowie Madonnas Hit „Vogue“ von 1990 machten ihn weltweit bekannt. Heute wird Voguing auf Balls, Bühnen und in Tanzstudios überall auf der Welt getanzt.
Welche Voguing-Stile gibt es?
Es gibt 3 Hauptstile. Old Way setzt auf klare Linien, Winkel und Model-Posen. New Way bringt Beweglichkeit, Verrenkungen und präzise „Clicks“ von Armen und Handgelenken dazu. Vogue Fem ist der dramatischste Stil, mit fließender, überzeichneter Weiblichkeit und 5 Kernelementen: Hands, Catwalk, Duckwalk, Floor Performance sowie Spins und Dips. Der Dip, ein plötzlicher Fall auf den Rücken, heißt außerhalb des Ballrooms oft „Death Drop“.
Kann jeder Voguing lernen?
Ja. In vielen Städten, auch in Berlin, gibt es Vogue-Kurse und Balls, die Anfänger willkommen heißen. Fang mit Catwalk und Hands an, bevor du Dips versuchst. Dips und Duckwalks belasten Knie und Rücken, also wärm dich gut auf und lern die Technik bei einer erfahrenen Lehrkraft. Und respektiere, woher der Tanz kommt: Voguing ist eine Kultur, die queere und trans People of Color geschaffen haben, nicht nur ein Tanztrend.