Orientierungen & Identitäten – Was bedeutet ballroom-kultur?
Ballroom-Kultur
Ballroom-Kultur ist eine queere Subkultur Schwarzer und lateinamerikanischer Communitys aus New York, in der Houses auf Balls in Kategorien wie Vogue, Runway und Realness um Trophäen und Ansehen antreten.
Was bedeutet Ballroom-Kultur?
Die Ballroom-Kultur entstand aus Drag-Balls in Harlem, New York. In den 1960er- und 70er-Jahren bauten Schwarze und lateinamerikanische queere und trans Menschen ihre eigene Szene auf, weil sie bei weiß dominierten Drag-Wettbewerben Rassismus erlebten. Houses sind Wahlfamilien mit einer „Mother“ oder einem „Father“ an der Spitze, oft ein sicherer Ort für junge Queers, die von ihren Familien verstoßen wurden. Die Szene hat Voguing und viel Slang hervorgebracht, von „Shade“ bis „Reading“, und wurde durch die Doku „Paris Is Burning“ und die Serie „Pose“ weltweit bekannt.
Wie läuft ein Ball ab?
Die Teilnehmenden „walken“ in Kategorien wie Vogue Femme, Runway, Face oder Realness und werden nach Look, Ausstrahlung und Ausführung bewertet. Die Jury vergibt „Tens“ oder „choppt“ jemanden raus, die Gewinner bekommen Trophäen oder Preisgeld. Kleinere, einsteigerfreundliche Events heißen Kiki Balls.
Kann jeder bei Ballroom mitmachen?
Zuschauen und unterstützen kann jeder, und viele Balls heißen Neue willkommen. Ballroom wurde aber von und für Schwarze und lateinamerikanische queere und trans Menschen geschaffen, und sie stehen bis heute im Mittelpunkt. Zeig Respekt: Lern die Geschichte kennen, sag dazu, woher Slang und Moves stammen, wenn du sie übernimmst, und behandle Ballroom nicht als Kostüm. Auch in deutschen Städten wie Berlin gibt es eine lebendige Ballroom-Szene.