Orientierungen & Identitäten – Was bedeutet cisnormativität?
Cisnormativität
Cisnormativität ist die Annahme, dass alle Menschen cisgender sind, ihr Geschlecht also dem bei der Geburt zugewiesenen entspricht, wodurch trans und nicht-binäre Menschen als Ausnahme gelten oder ganz übersehen werden.
Was bedeutet Cisnormativität?
Cisnormativität verbindet cisgender mit „Normativität“, also der Vorstellung davon, was als normal gilt. Sie beschreibt die Annahme, dass alle Menschen cis sind, ihr Geschlecht also zu dem passt, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Meist ist das gar nicht feindselig gemeint. Es steckt in Formularen mit nur zwei Kästchen, in Aufklärungsunterricht, der Körper mit Geschlecht gleichsetzt, und in alltäglichen Vermutungen über Pronomen. Das Ergebnis: Trans, nicht-binäre und intergeschlechtliche Menschen werden ständig als Ausnahme behandelt oder übersehen.
Was sind Beispiele für Cisnormativität?
Pronomen aus dem Aussehen ableiten, Gesundheitsformulare, die bestimmte Vorsorgeuntersuchungen nur „Frauen“ oder „Männern“ zuordnen, oder Toiletten und Umkleiden ohne Option für nicht-binäre Menschen. Auch Formulierungen wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder „Frauengesundheit“ für alle Menschen mit Gebärmutter können Menschen ausschließen.
Was ist der Unterschied zwischen Cisnormativität und Transfeindlichkeit?
Transfeindlichkeit bedeutet aktive Ablehnung und Vorurteile gegenüber trans Menschen. Cisnormativität ist leiser: eine Grundeinstellung, die davon ausgeht, dass alle cis sind, oft ohne böse Absicht. Beides verletzt, und beides verstärkt sich gegenseitig. Einfache Schritte: Nenn deine eigenen Pronomen, wenn du magst, frag statt zu vermuten, und plane Formulare, Räume und Sprache mit mehr als zwei Optionen.