Beziehungsformen – Was bedeutet Trauma Bonding?
Trauma Bonding
Trauma Bonding ist eine starke emotionale Bindung an jemanden, der dich verletzt, entstanden aus wiederholten Zyklen von Misshandlung und anschließender Zuneigung, Entschuldigung oder Erleichterung, die das Gehen sehr schwer macht.
Was bedeutet Trauma Bonding?
Die Psychologen Donald Dutton und Susan Painter beschrieben Anfang der 1980er-Jahre bei Menschen in gewaltvollen Beziehungen das „traumatic bonding“, auf Deutsch Traumabindung. Gemeint ist eine starke emotionale Bindung an jemanden, der dich verletzt, entstanden aus wiederholten Zyklen von Misshandlung und anschließender Zuneigung, Entschuldigung oder Erleichterung. Der unberechenbare Wechsel zwischen Grausamkeit und Wärme hält die Hoffnung wach. Das ist kein Zeichen von Schwäche und keine echte Liebe, sondern eine bekannte Folge von Gewalt, und die Beziehung dahinter ist schädlich.
Woran erkennt man Trauma Bonding?
Du verteidigst oder entschuldigst jemanden, der dich immer wieder verletzt, kontrolliert oder kleinmacht. Du hast das Gefühl, nicht gehen zu können, obwohl du willst, verheimlichst Dinge vor Freunden und wartest auf die Person, die sie am Anfang war. Love Bombing, Gaslighting und Isolation gehen oft damit einher. Im Netz wird der Begriff oft locker für jede chaotische Beziehung benutzt, echtes Trauma Bonding setzt aber immer ein Muster von Gewalt voraus.
Wie löst man sich aus einer Traumabindung?
Vertrau dich jemandem an und hol dir professionelle Hilfe. Beratungsstellen und Hilfetelefone gegen häusliche Gewalt unterstützen Menschen jedes Geschlechts, oft anonym. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist kostenlos und rund um die Uhr unter 116 016 erreichbar. In akuter Gefahr wähl die 110. Gewalt, Drohungen und Stalking in Beziehungen sind in Deutschland strafbar. Plane den Ausstieg mit Unterstützung, reduziere danach den Kontakt oder brich ihn ab und rechne mit Rückschlägen, denn der Sog kann eine Weile stark bleiben. Therapie hilft beim Heilen.