Orientierungen & Identitäten – Was bedeutet outing?
Outing
Outing bedeutet, ohne Zustimmung einer Person anderen ihre sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität oder trans Geschichte preiszugeben, ein Eingriff in die Privatsphäre, der Menschen ernsthaft gefährden kann.
Was bedeutet Outing?
Outing ist die Kehrseite des Coming-outs. Beim Coming-out teilst du selbst, wer du bist, beim Outing tut das jemand anderes ohne deine Zustimmung. Gemeint ist, die sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität oder trans Geschichte einer Person offenzulegen, persönlich, online oder per Screenshot. Im deutschen Alltag sagen viele auch „Outing“, wenn sie ihr eigenes Coming-out meinen, in der queeren Community meint Outing aber meist, von anderen geoutet zu werden. Und das schadet auch dann, wenn es gut gemeint ist, etwa wenn du den Eltern einer Freundin erzählst, „die sehen das bestimmt locker“.
Warum ist Outing so schädlich?
Weil es die Kontrolle über etwas sehr Persönliches wegnimmt. Geoutete Menschen können den Rückhalt der Familie, ihren Job oder ihre Wohnung verlieren und Anfeindungen oder Gewalt erleben. In manchen Ländern ist Queersein noch strafbar, dort kann Outing lebensgefährlich sein. In Deutschland kann Outing das Persönlichkeitsrecht verletzen und Schadensersatz nach sich ziehen, und wer den früheren Namen oder Geschlechtseintrag einer trans Person offenlegt, um ihr zu schaden, riskiert ein Bußgeld.
Was tun, wenn sich jemand dir gegenüber outet?
Bedank dich für das Vertrauen und frag, wer es sonst noch weiß und was du weitersagen darfst. Die Antwort ist oft: nichts, niemandem. Behalt es für dich, auch in Gruppenchats und auf Social Media. Wurdest du selbst geoutet, sprich mit Menschen, denen du vertraust, halte fest, was passiert ist, und hol dir Unterstützung bei einer queeren Beratungsstelle.