Beziehungsformen – Was bedeutet Fluid Bonding?
Fluid Bonding
Fluid Bonding ist eine bewusste Vereinbarung zwischen Partnern, beim Sex miteinander auf Kondome, Lecktücher und andere Barrieren zu verzichten, meist nach STI-Tests und mit klaren Regeln für Sex mit anderen.
Was bedeutet Fluid Bonding?
Der Begriff stammt aus der Poly- und Kink-Szene und bezieht sich auf Körperflüssigkeiten wie Sperma, Vaginalflüssigkeit und Speichel, englisch „fluids“. Fluid Bonding heißt, mit einem bestimmten Partner zu vereinbaren, beim Sex auf Kondome, Lecktücher und andere Barrieren zu verzichten. Das ist ein bewusster Schritt, nichts, was einfach in der Hitze des Moments passiert. In offenen und polyamoren Beziehungen gehören dazu oft Absprachen, dass mit allen anderen weiter geschützt wird.
Wie geht Fluid Bonding sicher?
Ihr lasst euch beide umfassend auf STIs testen, am besten nach dem diagnostischen Fenster seit dem letzten ungeschützten Kontakt, und teilt die Ergebnisse. Standardtests umfassen HIV, Syphilis, Chlamydien und Gonorrhö, oft auch Hepatitis. Herpes und HPV werden meist nicht getestet. Sprecht über Verhütung, wenn eine Schwangerschaft möglich ist, denn ohne Kondom fällt dieser Schutz weg. PrEP schützt vor HIV, aber nicht vor anderen STIs. Legt fest, wie oft ihr euch neu testet und was passiert, wenn jemand die Absprache bricht.
Kann man mit mehreren Menschen fluid-bonded sein?
Ja. Manche Polys sind mit mehreren Partnern fluid-bonded, zum Beispiel in einer geschlossenen Triade oder einer polyfidelen Gruppe. Je größer dieser Kreis, desto wichtiger werden ehrliche Kommunikation und regelmäßige Tests, denn das Risiko einer Person betrifft alle. Deshalb sollten alle im Kreis zustimmen, nicht nur die beiden direkt Beteiligten.