Kink Talk – Was bedeutet Sexueller Reaktionszyklus?
Sexueller Reaktionszyklus
Der sexuelle Reaktionszyklus ist ein Modell der körperlichen und emotionalen Phasen, die Menschen beim Sex durchlaufen, meist beschrieben als Lust, Erregung, Orgasmus und Rückbildung.
Was bedeutet Sexueller Reaktionszyklus?
Der sexuelle Reaktionszyklus geht auf William Masters und Virginia Johnson zurück, die 1966 nach Laborbeobachtungen 4 Phasen beschrieben: Erregung, Plateau, Orgasmus und Rückbildung. Die Therapeutin Helen Singer Kaplan stellte später die Lust an den Anfang. So entstand die heute übliche Version: Lust, Erregung, Orgasmus, Rückbildung. Bei Erregung fließt Blut in die Genitalien, die Vulva wird feucht oder der Penis hart, Atmung und Puls steigen. Im Orgasmus löst sich die Spannung in rhythmischen Kontraktionen, und in der Rückbildungsphase kehrt der Körper langsam in den Ruhezustand zurück.
Durchläuft jeder die Phasen der Reihe nach?
Nein. Das klassische Modell ist eine gerade Linie, echter Sex oft nicht. Die Ärztin Rosemary Basson schlug im Jahr 2000 ein kreisförmiges Modell vor: Viele Menschen, gerade in langen Beziehungen, spüren Lust erst, wenn die Erregung schon begonnen hat. Phasen können ausfallen, sich wiederholen oder ohne Orgasmus ablaufen, und der Sex kann trotzdem erfüllend sein.
Was passiert in der Rückbildungsphase?
Schwellungen gehen zurück, Muskeln entspannen sich, und viele fühlen sich ruhig, müde oder besonders nah. Hormone wie Oxytocin und Prolaktin spielen bei diesem Afterglow eine Rolle. Menschen mit Penis haben meist eine Refraktärzeit, eine Pause, bevor ein weiterer Orgasmus möglich ist. Viele Menschen mit Vulva können schnell wieder erregt sein und mehrere Orgasmen haben. Manche fühlen sich danach traurig oder weinerlich, das nennt man Post-Sex-Blues.