Beziehungsformen – Was bedeutet Polyfamilie?
Polyfamilie
Eine Polyfamilie ist eine Familie, in der mehr als zwei Erwachsene, die durch polyamore Beziehungen verbunden sind, zusammenleben, den Alltag teilen oder gemeinsam Kinder großziehen.
Was bedeutet Polyfamilie?
Polyfamilie verbindet „Poly“, kurz für Polyamorie, mit Familie. Gemeint ist eine Familie, in der mehr als zwei Erwachsene, die durch polyamore Beziehungen verbunden sind, zusammenleben, den Alltag teilen oder gemeinsam Kinder großziehen. Nicht alle Erwachsenen müssen mit allen anderen eine Liebesbeziehung haben. Eine Polyfamilie kann eine Triade in einer gemeinsamen Wohnung sein, ein Paar mit seinen Partnern, die gemeinsam erziehen, oder ein ganzes Polykül, das sich wie Familie anfühlt.
Wie geht es Kindern in Polyfamilien?
Die Forschung ist noch überschaubar, aber Langzeitstudien wie die der Soziologin Elisabeth Sheff mit Poly-Familien deuten darauf hin, dass es Kindern gut geht, wenn die Erwachsenen stabil, ehrlich und liebevoll sind. Viele Kinder genießen es, mehr Vertrauenspersonen um sich zu haben. Schwierig ist oft die Außenwelt: Schule, Verwandte und in Deutschland das Recht, das nur zwei rechtliche Eltern pro Kind kennt. Viele Familien sichern die Rolle der anderen Erwachsenen mit Vollmachten und Testamenten ab.
Kann eine Polyfamilie heiraten?
Nicht als Gruppe. In Deutschland ist die Ehe wie in den meisten Ländern nur zwischen zwei Menschen möglich, und wer verheiratet ist und eine zweite Ehe schließt, macht sich strafbar. Manche Polyfamilien haben ein verheiratetes Paar, andere keines. Viele regeln Geld, Wohnen und Fürsorge in privaten Verträgen und feiern Zeremonien, die rechtlich nichts bewirken, ihnen aber viel bedeuten.