Kink Talk – Was bedeutet Duales Kontrollmodell?
Duales Kontrollmodell
Das Duale Kontrollmodell ist eine Theorie der sexuellen Reaktion, nach der Erregung von zwei Systemen abhängt, einem Gaspedal für sexy Reize und einer Bremse für alles, was dagegen spricht.
Was bedeutet Duales Kontrollmodell?
Das Duale Kontrollmodell, englisch Dual Control Model, haben die Sexualforscher John Bancroft und Erick Janssen Ende der 1990er-Jahre am Kinsey Institute entwickelt, bekannt gemacht hat es vor allem die Sexualpädagogin Emily Nagoski. Es besagt, dass Erregung aus zwei getrennten Systemen entsteht: Gaspedal und Bremse. Das Gaspedal reagiert auf alles, was sexy ist, etwa eine Berührung, einen Duft oder eine Fantasie. Die Bremse reagiert auf alles, was gegen Sex spricht, etwa Stress, die Sorge, gehört zu werden, Scham oder den Abwasch. Wie erregt du gerade bist, ergibt sich aus beidem.
Warum ist die Bremse so wichtig?
Weil mehr Gas nichts bringt, wenn die Bremse angezogen ist. Mehr Pornos, Toys oder Dessous helfen nicht, wenn du erschöpft oder angespannt bist. Für viele, gerade mit reaktiver Lust, ist der schnellste Weg zu mehr Lust, den Fuß von der Bremse zu nehmen: Ungestörtheit, genug Schlaf, weniger Druck, sich angenommen fühlen. Jeder Mensch ist unterschiedlich empfindlich, manche bremsen schnell, andere kaum.
Wie können Paare das Duale Kontrollmodell nutzen?
Schreibt jeweils zwei Listen: was euch anmacht und was euch abtörnt. Vergleicht sie, ohne zu werten. Oft lassen sich die Lustkiller leichter beheben als gedacht, etwa mit einer abgeschlossenen Tür oder einem warmen Zimmer. Auch bei unterschiedlicher Libido hilft das, weil niemand „kaputt“ ist. Ihr habt einfach verschiedene Gaspedale und Bremsen.