Kink Talk – Was bedeutet Sexueller Druck?
Sexueller Druck
Sexueller Druck bedeutet, jemanden durch Schuldgefühle, Drohungen, Drängeln oder Manipulation zu Sex zu bringen, oft auch dann, wenn die Person schon Nein gesagt hat.
Was bedeutet sexueller Druck?
Der englische Begriff „Sexual Coercion“ kommt vom lateinischen „coercere“, also bändigen oder zwingen. Im Deutschen spricht man von sexuellem Druck oder, in schweren Fällen, von sexueller Nötigung. Gemeint ist, jemanden durch Schuldgefühle, Drohungen, Drängeln oder Manipulation zu Sex zu bringen, statt ein Nein zu akzeptieren. Dafür braucht es keine Gewalt. Schmollen, bis der andere nachgibt, Sätze wie „Wenn du mich lieben würdest, würdest du es tun“, mit Trennung drohen oder jemanden so betrunken machen, dass er nicht mehr Nein sagen kann, all das ist Druck. Das passiert auf Dates, aber genauso in langen Beziehungen.
Ist ein Ja unter Druck ein echtes Ja?
Nein. Ein Ja, das erst nach Drängeln, aus Schuldgefühl oder aus Angst kommt, ist kein freies Ja, und Einvernehmen muss freiwillig sein. Echtes Einvernehmen heißt, dass dein Partner Nein sagen kann, ohne dafür bestraft, angeschwiegen oder verlassen zu werden. Merkst du, dass du nach einem Nein weiterbohrst, hör auf. Merkst du, dass du nur Ja sagst, damit der Druck aufhört, stimmt etwas nicht, und zwar nicht mit dir.
Wo bekommst du Hilfe nach sexuellem Druck?
Du kannst dich an eine Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt, an eine Ärztin oder einen Arzt deines Vertrauens oder an die Polizei wenden, und es ist nie deine Schuld. Viele Beratungsstellen sind kostenlos und vertraulich und helfen auch, wenn du unsicher bist, ob das überhaupt „zählt“. Du entscheidest, was als Nächstes passiert, ob du erst mal reden, dich medizinisch versorgen lassen oder Anzeige erstatten willst. Eine Vertrauensperson kann dich begleiten.