Orientierungen & Identitäten – Was bedeutet stonewall?
Stonewall
Stonewall steht für den Aufstand, der am 28. Juni 1969 im Stonewall Inn in New York begann, als sich queere Gäste gegen eine Polizeirazzia wehrten und damit die moderne Pride-Bewegung auslösten.
Was bedeutet Stonewall?
Stonewall ist nach dem Stonewall Inn benannt, einer Schwulenbar in der Christopher Street im New Yorker Viertel Greenwich Village. Am frühen Morgen des 28. Juni 1969 stürmte die Polizei die Bar, wie so oft bei queeren Lokalen. Diesmal wehrten sich die Gäste, und die Proteste dauerten mehrere Nächte. Mittendrin waren Drag Queens, trans Frauen, Butch-Lesben, schwule Männer und junge Queers, die auf der Straße lebten. Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera, Aktivistinnen of Color und später Ikonen der trans Bewegung, gehören zu den Namen, die heute am häufigsten genannt werden, auch wenn die Berichte darüber, wer in der ersten Nacht dabei war, auseinandergehen.
Warum ist Stonewall so wichtig?
Weil Stonewall jahrzehntelangen, leisen Widerstand in eine sichtbare Bewegung verwandelte. Innerhalb eines Jahres entstanden neue Aktivistengruppen, und zum ersten Jahrestag gingen in New York und anderen Städten Tausende auf die Straße. Aus diesen Märschen wurde die heutige Pride. Der deutsche CSD, Christopher Street Day, ist nach der Straße benannt, in der alles begann, und die ersten CSDs fanden 1979 in Berlin und Bremen statt.
War Stonewall der erste LGBTQ+-Protest?
Nein. 1966 wehrten sich trans Frauen und Drag Queens in Compton’s Cafeteria in San Francisco gegen die Polizei, und schon davor gab es kleinere Proteste. In Deutschland gründete Magnus Hirschfeld bereits 1897 in Berlin eine der ersten Organisationen weltweit, die für die Rechte Homosexueller eintrat. Zum Symbol wurde Stonewall wegen seiner Größe, des Zeitpunkts und der Bewegung, die darauf folgte.