Orientierungen & Identitäten – Was bedeutet geschlechtsdysphorie?
Geschlechtsdysphorie
Geschlechtsdysphorie ist der Leidensdruck, den manche Menschen spüren, wenn ihr Körper oder die Art, wie andere sie sehen und behandeln, nicht zu ihrer Geschlechtsidentität passt.
Was bedeutet Geschlechtsdysphorie?
Dysphorie kommt vom griechischen „dysphoria“, also Unbehagen. Geschlechtsdysphorie beschreibt den Leidensdruck, wenn Körper oder Fremdwahrnehmung nicht zur eigenen Geschlechtsidentität passen. Im US-Handbuch DSM-5 ist sie seit 2013 eine Diagnose, die ICD-11 der WHO spricht dagegen von Geschlechtsinkongruenz und führt sie nicht mehr unter den psychischen Störungen. Oft werden zwei Seiten beschrieben. Körperliche Dysphorie betrifft etwa Brust, Genitalien, Stimme oder Körperbehaarung. Soziale Dysphorie entsteht, wenn du mit falschem Namen, Pronomen oder Geschlecht angesprochen wirst. Beides kann kommen und gehen und unterschiedlich stark sein.
Haben alle trans Menschen Geschlechtsdysphorie?
Nein. Viele erleben sie, aber nicht alle, und sie ist keine Prüfung, die du bestehen musst, um trans zu sein. Manche spüren starke Dysphorie, andere vor allem Gender-Euphorie, sobald sie als sie selbst leben. Ein neuer Name, Kleidung, Hormone oder Operationen lindern Dysphorie oft deutlich. Wird der Druck überwältigend oder denkst du daran, dir etwas anzutun, hol dir sofort ärztliche oder trans-kompetente therapeutische Hilfe, rund um die Uhr auch bei der Telefonseelsorge.
Wie kannst du deinen Partner bei Dysphorie unterstützen?
Frag nach, statt zu vermuten. Welche Wörter für Körperteile fühlen sich gut an, welche Berührungen sind willkommen und welche heute tabu? Dysphorie kann von Tag zu Tag schwanken. Checkt beim Sex zwischendurch ein und macht es leicht, ohne Drama zu pausieren oder etwas anderes zu machen. Der richtige Name und die richtigen Pronomen, im Bett und außerhalb, helfen deinem Partner, sich im eigenen Körper zu Hause zu fühlen.