Kink Talk – Was bedeutet Oxytocin?
Oxytocin
Oxytocin ist ein Hormon und Botenstoff, der bei Berührung, Kuscheln, Orgasmus, Geburt und Stillen ausgeschüttet wird und oft Kuschelhormon heißt, weil es Nähe und Vertrauen fördert.
Was bedeutet Oxytocin?
Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet „schnelle Geburt“, denn zuerst war Oxytocin dafür bekannt, Wehen auszulösen. Es wird im Gehirn gebildet und bei Berührung, Umarmungen, Sex, Orgasmus und beim Stillen freigesetzt. Oxytocin fördert Bindung, Vertrauen und Entspannung, deshalb nennt man es auch Kuschel- oder Liebeshormon. Rund um den Orgasmus steigt der Spiegel an, vermutlich ein Grund, warum du dich danach oft warm und verbunden fühlst.
Wie bekommst du mehr Oxytocin?
Vor allem durch Berührung. Lange Umarmungen, Kuscheln, Massagen, Hautkontakt und Sex kurbeln es an. Sogar einen Hund zu streicheln hilft. Aftercare und gemeinsames Liegenbleiben nach dem Sex nutzen genau das. Fühlt sich einer von euch nach dem Sex distanziert, können ein paar Minuten Kuscheln die Stimmung deutlich verändern.
Ist Oxytocin wirklich das Liebeshormon?
Teilweise. Es spielt bei Bindung eine echte Rolle, aber der Spitzname vereinfacht stark. Oxytocin wirkt zusammen mit Dopamin, Endorphinen und anderen Botenstoffen, und der Kontext spielt eine große Rolle. Es sorgt nicht dafür, dass du dich in jeden verliebst, mit dem du schläfst. Manche Studien deuten sogar darauf hin, dass es neben dem Vertrauen in die eigene Gruppe auch Misstrauen gegenüber Außenstehenden verstärken kann. Es ist eine Zutat für Nähe, kein Liebestrank.