Kink Talk – Was bedeutet Hypersexualität?
Hypersexualität
Hypersexualität beschreibt sexuelle Impulse, Fantasien oder Verhaltensweisen, die sich unkontrollierbar anfühlen, viel Zeit einnehmen und weitergehen, obwohl sie echtes Leid oder Schaden im Leben verursachen.
Was bedeutet Hypersexualität?
Hypersexualität kommt vom griechischen „hyper“, also über oder übermäßig. Gemeint sind sexuelle Impulse oder Verhaltensweisen, die sich unkontrollierbar anfühlen und weitergehen, auch wenn sie Leid oder Schaden verursachen. Im Alltag spricht man oft von Sexsucht. Seit 2022 führt die Krankheitsklassifikation der WHO die zwanghafte Sexualverhaltensstörung als Störung der Impulskontrolle. Ob man von Sucht sprechen sollte, ist unter Fachleuten weiter umstritten.
Ist eine hohe Libido dasselbe wie Hypersexualität?
Nein. Viel Lust auf Sex, tägliche Masturbation oder viele Partner sind für sich genommen keine Störung. Entscheidend sind Kontrolle und Schaden, nicht die Häufigkeit. Warnsignale sind gescheiterte Versuche, weniger zu machen, vernachlässigte Arbeit, Beziehungen oder Gesundheit und Sex vor allem als Flucht vor Stress oder schlechten Gefühlen, mit kaum noch Lust dabei. Schuldgefühle, weil deine Lust nicht zu strengen Werten passt, sind etwas anderes, und Scham allein macht nichts zwanghaft.
Wo bekommst du Hilfe bei Hypersexualität?
Sprich mit deiner Hausarztpraxis, einer Psychotherapeutin oder einem Sexualtherapeuten, am besten mit jemandem, der kink-aware ist und nicht urteilt. Therapie, oft Verhaltenstherapie, hilft vielen, die Kontrolle zurückzugewinnen. Manchmal hängt Hypersexualität mit anderen Erkrankungen wie einer bipolaren Störung oder mit bestimmten Medikamenten zusammen, deshalb ist ein ärztlicher Check sinnvoll. Du bist nicht kaputt, und dir Hilfe zu holen ist ein starker Schritt, kein Geständnis.