Kink Talk – Was ist ein Intimitätskoordinator?
Intimitätskoordinator
Ein Intimitätskoordinator ist eine Fachperson, die Sex- und Nacktszenen bei Film, Fernsehen und Theater plant und absichert, damit alle vorher wissen, was passiert, und sich sicher fühlen.
Was ist ein Intimitätskoordinator?
Die Berufsbezeichnung kommt vom englischen „intimacy coordinator“ und stammt aus Film, Fernsehen und Theater, wobei „intim“ auf das lateinische „intimus“ zurückgeht, „der Innerste“. Ein Intimitätskoordinator oder eine Intimitätskoordinatorin plant und sichert Sex- und Nacktszenen ab, damit vorher klar ist, was gezeigt und berührt wird. Bekannt wurde der Beruf Ende der 2010er-Jahre nach der #MeToo-Bewegung, als große TV- und Streamingproduktionen anfingen, ihn standardmäßig zu besetzen. Manche Produktionen sprechen auch von Intimacy Director. Intimitätskoordinatoren führen nicht Regie und sind keine Therapeuten. Ihr Fokus ist Einvernehmlichkeit und Sicherheit.
Was macht ein Intimitätskoordinator am Set?
Er sorgt dafür, dass jeder intime Moment abgesprochen ist, bevor die Kamera läuft. Gemeinsam mit dem Cast und der Regie wird genau festgelegt, was zu sehen ist, was berührt wird und was tabu ist. Dann wird die Szene wie ein Stunt choreografiert, Schritt für Schritt, mit Schutzkleidung für den Intimbereich und Polstern zwischen den Körpern. Am Drehtag bleibt das Team klein, es gibt regelmäßige Check-ins, und alle können jederzeit unterbrechen oder ihre Zustimmung zurückziehen, ohne Nachteile.
Was können Paare von Intimitätskoordinatoren lernen?
Eine ganze Menge, gerade wenn ihr mit Kink spielt. Die Grundidee ist einfach. Sprecht eine Szene durch, bevor sie beginnt, nicht mittendrin. Klärt, was ihr beide wollt, setzt klare Grenzen und vereinbart ein Stoppsignal, etwa ein Safeword oder ein Klopfzeichen, falls Reden schwerfällt. Fragt zwischendurch nach und redet danach darüber, was gut war. Das ist nicht unromantisch, sondern genau das, was euch entspannt loslassen lässt.