Stellungen – Was bedeutet Kamasutra?
Kamasutra
Das Kamasutra ist ein altindischer Text in Sanskrit über Liebe, Lust, Beziehungen und die Kunst des Lebens, heute vor allem für seine Sexstellungen bekannt.
Was bedeutet Kamasutra?
Kamasutra kommt aus dem Sanskrit, „Kama“ heißt Begehren oder Lust, „Sutra“ heißt Faden und im übertragenen Sinn Lehrtext oder Leitfaden. Es ist ein altindischer Text über Liebe, Lust und Beziehungen, der dem Philosophen Vatsyayana zugeschrieben und meist ungefähr ins 3. Jahrhundert n. Chr. datiert wird. Im hinduistischen Denken ist Kama, das Streben nach Genuss, eines der legitimen Lebensziele, neben Pflicht und Wohlstand. Das Kamasutra behandelt Lust deshalb als Kunst, die man lernen kann, ähnlich wie Musik oder Malerei.
Ist das Kamasutra nur ein Buch über Sexstellungen?
Nein. Nur ein kleiner Teil des Originals handelt von Stellungen. Der Großteil dreht sich um Werben, Anziehung, Ehe, Partnerschaft und ein genussvolles, kultiviertes Leben. Das Bild vom Kamasutra als Stellungskatalog kommt vor allem von modernen Büchern, die sich den Namen leihen. Die sind nett für neue Ideen, haben aber wenig mit dem Originaltext zu tun, der eher wie ein alter Ratgeber für Liebe und gute Umgangsformen klingt.
Was ist der Unterschied zwischen Kamasutra und Tantra?
Das Kamasutra ist ein einzelner Text über Liebe, Lust und Beziehungen. Tantra ist eine viel breitere Gruppe spiritueller Traditionen im Hinduismus und Buddhismus. Im klassischen Tantra geht es vor allem um Meditation, Ritual und spirituelle Praxis, Sex spielt nur in manchen Strömungen eine kleine Rolle. Westliches Neo-Tantra setzt auf langsamen, achtsamen, verbundenen Sex, Atmung und Präsenz. Im Westen wird beides oft vermischt, dabei stammt es aus ganz verschiedenen Ecken.