Kink Talk – Was bedeutet Sensate Focus?
Sensate Focus
Sensate Focus ist eine strukturierte Berührungsübung aus der Sexualtherapie, bei der sich Partner abwechselnd berühren, ohne Erregung oder Orgasmus als Ziel, um Druck abzubauen und Empfindungen neu zu entdecken.
Was bedeutet Sensate Focus?
Sensate Focus stammt von den Sexualforschern William Masters und Virginia Johnson, die die Methode 1970 beschrieben haben. „Sensate“ heißt so viel wie die Sinne betreffend, im Fokus steht also, wie sich Berührung anfühlt, nicht wohin sie führen soll. Auf Deutsch spricht man auch vom Sensualitätstraining. Sexualtherapeuten setzen die Übung bei Leistungsdruck, Erektionsproblemen, wenig Lust, Schmerzen oder nach einer langen Flaute ein. Sie passt aber auch für Paare, die einfach entschleunigen und wieder zueinanderfinden wollen.
Wie funktioniert Sensate Focus?
In Stufen. Zuerst berührt ihr alles außer Brüsten und Genitalien, Sex ist vorerst tabu. Eine Person berührt, die andere spürt nur hin und sagt, was sich gut anfühlt oder was anders sein soll, dann tauscht ihr. Später kommen Brüste und Genitalien dazu, dann gegenseitiges Berühren und erst ganz am Ende Penetration, wenn ihr das wollt. Plant 15 bis 30 Minuten ein, ein paarmal pro Woche, und geht erst weiter, wenn ihr euch beide entspannt fühlt.
Warum ist Sex bei Sensate Focus erst mal tabu?
Weil das Verbot den Druck rausnimmt. Wenn nichts passieren muss, kann auch nichts schiefgehen, und deine Aufmerksamkeit bleibt bei der Empfindung statt bei der Leistung. Kommt Erregung auf, genieß sie, aber geh ihr noch nicht nach. Viele Paare finden das schwerer als gedacht. Eine Sexualtherapie kann euch durch die Stufen begleiten und helfen, wenn alte Sorgen zurückkommen.