Beziehungsformen – Was bedeutet Stonewalling?
Stonewalling
Stonewalling bedeutet, im Streit dichtzumachen, zu schweigen, wegzuschauen und jedes Gespräch zu verweigern, bis sich die andere Person fühlt, als rede sie gegen eine Wand.
Was bedeutet Stonewalling?
Stonewalling kommt vom englischen „stone wall“, Steinmauer, auf Deutsch sagt man auch Mauern. Genau so fühlt es sich für die andere Seite an: Du redest, und es kommt nichts zurück. Gemeint ist, im Streit dichtzumachen, zu verstummen, sich abzuwenden oder den Raum zu verlassen, ohne zu sagen, wann man wiederkommt. Der Paarforscher John Gottman zählt es zu den „vier apokalyptischen Reitern“, vier Mustern, die Trennungen vorhersagen, neben Kritik, Verachtung und Rechtfertigung. Oft kommt es zuletzt, wenn sich die anderen schon aufgestaut haben.
Warum machen Menschen im Streit dicht?
Oft nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil sie überflutet sind. Das Herz rast, der Körper schaltet in den Stressmodus, und klares Denken wird schwer, deshalb wirkt Dichtmachen wie der einzige Ausweg. Etwas anderes ist es, wenn Schweigen gezielt eingesetzt wird, um zu bestrafen oder zu kontrollieren. Das nennt man Anschweigen oder Silent Treatment, und wenn es immer wieder passiert, kann es eine Form emotionaler Gewalt sein.
Was hilft gegen Stonewalling?
Benenne es und mach eine echte Pause, statt zu verschwinden: „Ich bin gerade überfordert, ich brauche 20 Minuten, dann reden wir weiter.“ Gottman empfiehlt mindestens 20 Minuten, ungefähr so lange braucht der Körper, um runterzukommen. Nutze die Pause, um dich zu beruhigen, mit einem Spaziergang, ruhigem Atmen oder Musik, und nicht, um Argumente zu sammeln. Dann komm wirklich zurück. Das ist der Unterschied zu einer gesunden Auszeit: Sie hat ein Ende. Wenn das Muster bleibt, kann eine Paartherapie helfen.