Orientierungen & Identitäten – Was bedeutet ehe für alle?
Ehe für alle
Die Ehe für alle bedeutet, dass gleichgeschlechtliche Paare mit denselben Rechten heiraten können wie verschiedengeschlechtliche Paare, in Deutschland seit dem 1. Oktober 2017.
Was bedeutet Ehe für alle?
Ehe für alle heißt, dass zwei Menschen desselben Geschlechts heiraten können, mit denselben Rechten und Pflichten wie jedes andere Ehepaar. Auf Englisch heißt sie Marriage Equality oder Same-Sex Marriage. Umgangssprachlich sagt man im Deutschen auch Homo-Ehe, was viele inzwischen unpassend finden. Die Niederlande öffneten 2001 als erstes Land die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Österreich folgte 2019, die Schweiz 2022. Heute ist sie in vielen Ländern erlaubt, andere verbieten sie weiterhin.
Wie kam die Ehe für alle in Deutschland zustande?
Ab 2001 konnten gleichgeschlechtliche Paare eine eingetragene Lebenspartnerschaft schließen. Sie brachte viele, aber nicht alle Rechte der Ehe, und Gerichte schlossen die Lücken nach und nach. Am 30. Juni 2017 stimmte der Bundestag für die Öffnung der Ehe, am 1. Oktober 2017 trat das Gesetz in Kraft. Seitdem können gleichgeschlechtliche Ehepaare auch gemeinsam Kinder adoptieren. Neue Lebenspartnerschaften lassen sich nicht mehr eintragen.
Was ist mit bestehenden Lebenspartnerschaften?
Paare können ihre Lebenspartnerschaft beim Standesamt in eine Ehe umwandeln, müssen es aber nicht. Bestehende Partnerschaften bleiben gültig. Nach einer Umwandlung zählt für Rechte und Pflichten weiterhin das Datum der ursprünglichen Partnerschaft. Eine Lücke wird noch diskutiert: Bekommt ein Ehepaar aus zwei Frauen ein Kind, ist die Partnerin, die es nicht geboren hat, nicht automatisch rechtlich Elternteil und muss es meist adoptieren. Eine Reform des Abstammungsrechts wird seit Jahren diskutiert.