Beziehungsformen – Was bedeutet Mental Load?
Mental Load
Mental Load ist die unsichtbare Arbeit, im Haushalt alles zu planen, zu organisieren und an alles zu denken, von Geburtstagen über Arzttermine bis zum Einkauf, und sie liegt oft überwiegend bei einer Person.
Was bedeutet Mental Load?
Mental Load heißt auf Deutsch etwa „mentale Last“ und beschreibt die Denkarbeit hinter einem Haushalt: merken, dass die Milch zur Neige geht, an Geburtstage denken, Termine machen, Essen planen und im Blick behalten, wer was braucht. Die Idee geht auf die französische Soziologin Monique Haicault zurück, die in den 1980ern über die „charge mentale“ schrieb. Viral ging sie 2017 durch einen Comic der französischen Zeichnerin Emma. Das Erledigen sieht man, das Planen nicht. Deshalb fühlt sich, wer den Mental Load trägt, oft erschöpft, auch wenn die Hausarbeit gerecht verteilt wirkt. In heterosexuellen Paaren liegt er laut Studien noch immer überwiegend bei Frauen.
Was hat Mental Load mit Sex zu tun?
Ziemlich viel. Ein Kopf, der ständig To-do-Listen abarbeitet, hat wenig Platz für Lust, und sich wie die Projektleitung oder das Elternteil des eigenen Partners zu fühlen, ist ein zuverlässiger Lustkiller. Studien deuten darauf hin, dass eine ungleiche Verteilung von Haus- und Denkarbeit mit weniger Lust bei der Person zusammenhängt, die mehr trägt. Den Mental Load zu teilen ist also nicht nur eine Frage der Fairness, es kann auch Nähe zurückbringen.
Wie teilt man den Mental Load gerecht?
Gebt ganze Aufgaben ab, nicht nur Handgriffe. Wer die Wäsche übernimmt, merkt auch, wann der Korb voll ist, wäscht, trocknet und räumt ein, ohne erinnert zu werden. Macht das Unsichtbare sichtbar, mit einer gemeinsamen Liste oder einem Kalender, und plant einen festen Check-in, zum Beispiel 15 Minuten am Sonntag für die Woche. Akzeptiert, dass der andere manches anders macht, und sagt Danke für das, was erledigt wird.