Beziehungsformen – Was bedeutet Strategische Inkompetenz?
Strategische Inkompetenz
Strategische Inkompetenz bedeutet, eine Aufgabe schlecht zu erledigen oder sich unfähig zu geben, sodass das Gegenüber irgendwann aufgibt, sie selbst übernimmt und mehr Arbeit trägt.
Was bedeutet strategische Inkompetenz?
Strategische Inkompetenz ist die deutsche Form von Weaponized Incompetence, wörtlich „als Waffe eingesetzte Inkompetenz“. Der englische Begriff ging Anfang der 2020er in den sozialen Medien viral. Gemeint ist, eine Aufgabe schlecht zu erledigen oder sich hilflos zu geben, damit jemand anderes sie übernimmt. Typische Beispiele: Die Wäsche kommt rosa aus der Maschine, das Geschirr ist „gespült“, aber noch dreckig, niemand findet das Vorsorgeheft der Kinder oder denkt an den Zahnarzttermin. Nach ein paar Runden seufzt das Gegenüber und macht es selbst, und das Muster verfestigt sich.
Ist strategische Inkompetenz immer Absicht?
Nein. Oft ist sie eher gelernt als geplant, etwa weil im Elternhaus ein Elternteil alles erledigt hat. Manche mussten bestimmte Aufgaben nie lernen, und wenn der Partner es schneller kann, fällt es leicht, gar nicht erst anzufangen. Die Wirkung ist trotzdem dieselbe: Eine Person trägt mehr Arbeit und mehr Mental Load, und der Groll wächst. Der landet oft auch im Schlafzimmer, denn es ist schwer, jemanden zu begehren, um den man sich ständig kümmern muss.
Wie sprichst du strategische Inkompetenz an?
Benenne das Muster, ohne anzugreifen: „Am Ende mache ich das jedes Mal, und das zehrt an mir.“ Dann teilt Aufgaben komplett auf, inklusive Planen und Dran-Denken, nicht nur die Ausführung. Wer eine Aufgabe übernimmt, bekommt die volle Verantwortung und das Recht, sie auf eigene Art zu erledigen. Also nicht kritisieren oder nachbessern, solange das Ergebnis passt. Wenn ihr euch im Kreis dreht, kann eine Paartherapie helfen.