Orientierungen & Identitäten – Was bedeutet kinsey-skala?
Kinsey-Skala
Die Kinsey-Skala ist eine 7-stufige Skala von 0 bis 6, entwickelt von Alfred Kinsey und seinem Team, die Sexualverhalten und Anziehung von ausschließlich heterosexuell bis ausschließlich homosexuell einordnet.
Was bedeutet die Kinsey-Skala?
Die Kinsey-Skala ist nach dem US-amerikanischen Sexualforscher Alfred Kinsey benannt, der sie mit seinem Team in den Studien „Sexual Behavior in the Human Male“ (1948) und „Sexual Behavior in the Human Female“ (1953) veröffentlichte. Offiziell heißt sie Heterosexual-Homosexual Rating Scale. Sie reicht von 0, ausschließlich heterosexuell, bis 6, ausschließlich homosexuell. Dazu kommt die Kategorie X für Menschen ohne sexuelle Kontakte oder Reaktionen. Damals war das bahnbrechend. Statt Menschen in zwei Schubladen zu stecken, zeigte Kinsey, dass viele irgendwo dazwischen liegen. Kategorie X wird heute oft mit Asexualität verbunden, auch wenn Kinsey diesen Begriff nicht verwendete.
Wo liegen die Grenzen der Kinsey-Skala?
Sie misst nur eine Achse. Eine Person, die sich zu allen hingezogen fühlt, und eine, die kaum Anziehung spürt, können bei derselben Zahl landen. Romantische Anziehung fehlt, und die Skala kennt nur 2 Geschlechter, für nicht-binäre Menschen passt sie also schlecht. Auch Kinseys Stichproben waren nach heutigen Maßstäben nicht repräsentativ. Spätere Modelle wie das Klein Sexual Orientation Grid von 1978 ergänzten weitere Ebenen, etwa Fantasien, emotionale Vorlieben und Veränderungen im Lauf der Zeit.
Gibt es einen offiziellen Kinsey-Test?
Nein. Die „Kinsey-Tests“ im Netz sind moderne Quizze, nicht das Original. Kinsey ordnete Menschen anhand langer Interviews über ihr Verhalten und ihre inneren Reaktionen ein. Sieh ein Quizergebnis höchstens als Denkanstoß. Nur du entscheidest, welches Label passt, wenn überhaupt eins.