Orientierungen & Identitäten – Was bedeutet top surgery & bottom surgery?
Top Surgery & Bottom Surgery
Top Surgery und Bottom Surgery sind Alltagsbegriffe für geschlechtsangleichende Operationen, Top Surgery an der Brust und Bottom Surgery an den Genitalien, für trans und nicht-binäre Menschen, die sie sich wünschen.
Was bedeuten Top Surgery und Bottom Surgery?
Beides sind lockere Begriffe aus trans Communities. Top Surgery betrifft die Brust: eine Mastektomie mit Brustwandangleichung für eine flache Brust oder einen Brustaufbau. Bottom Surgery betrifft die Genitalien, etwa eine Vaginoplastik für Vagina und Vulva oder eine Phalloplastik oder Metoidioplastik für einen Penis. Nicht jede trans Person will operiert werden, und eine OP macht niemanden mehr oder weniger trans. Außerdem ist das ein privates Thema: Menschen, die du kaum kennst, nach ihren Genitalien oder Operationen zu fragen, ist nie okay.
Wer zahlt geschlechtsangleichende Operationen in Deutschland?
Die gesetzliche Krankenversicherung kann die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen. In der Praxis verlangten die Kassen bisher meist eine Diagnose, eine psychotherapeutische Begleitung oder Gutachten und eine ärztliche Empfehlung. Die Regeln sind im Wandel und waren Thema mehrerer Gerichtsurteile, besonders für nicht-binäre Menschen. Frag deine Krankenkasse, eine spezialisierte Klinik oder eine trans Beratungsstelle nach den aktuellen Voraussetzungen, bevor du einen Antrag stellst.
Wie ist Sex nach der Operation?
Zuerst kommt die Heilung. Dein Behandlungsteam sagt dir, ab wann Sex wieder sicher ist, und nach einer Vaginoplastik ist regelmäßiges Dehnen (Bougieren) nötig, damit die Tiefe erhalten bleibt. Halte dich genau an die Empfehlungen. Das Empfinden kann sich verändern, und es braucht vielleicht Zeit, bis du weißt, was sich gut anfühlt. Viele können nach der OP Lust und Orgasmen erleben, die Erfahrungen sind aber verschieden. Lass dir Zeit, nimm reichlich Gleitgel und entdecke es mit einem geduldigen Partner.